Die International Telecommunication Union (ITU) hat am 17. November 2025 ihren Bericht „Measuring digital development: Facts and Figures 2025“ („Digitale Entwicklung messen: Fakten und Zahlen 2025“) veröffentlicht. Darin wird dokumentiert, dass zwar rund 6 Milliarden Menschen (drei Viertel der Weltbevölkerung) das Internet nutzen, jedoch weiterhin über 2,2 Milliarden Menschen keinen Zugang dazu haben – vor allem in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen.
Fortschritte und Ungleichheiten sind zwei zentrale Aspekte, die sich durch den gesamten Bericht ziehen.
In der Einleitung des Berichts erklärt Dr. Cosmas Luckyson Zavazava, Direktor der ITU:
“Mehr als 96 % der Weltbevölkerung sind durch ein mobiles Breitbandnetz abgedeckt, was uns dem universellen Zugang näherbringt. Dennoch sind viele Länder mit niedrigem Einkommen weiterhin hauptsächlich auf 3G angewiesen, was die Möglichkeiten der Nutzerinnen und Nutzer im Internet stark einschränkt.“
Er weist zudem darauf hin, dass, obwohl der Internetzugang weiterhin günstiger wird, nur etwa zwei Drittel aller Volkswirtschaften ein Niveau erreicht haben, das als erschwinglich gilt. In Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen übersteigen die Kosten für Internetdienste für rund 60 % der Bevölkerung ihre Kaufkraft, was entweder den Zugang verhindert oder die Möglichkeit einschränkt, vollständig an der digitalen Wirtschaft und Gesellschaft teilzuhaben.
Diese Erschwinglichkeitsengpässe zusammen mit Qualitätsunterschieden im Service bestimmen maßgeblich, wer sich tatsächlich verbinden kann und in welchem Umfang er oder sie am digitalen Leben partizipieren kann.
Im Folgenden stellen wir einige der wichtigsten Daten aus dem Bericht vor.
Die globale digitale Kluft verringert sich – doch der Fortschritt verlangsamt sich
Im Jahr 2025 nutzen drei von vier Menschen weltweit bereits das Internet. Laut den neuesten internationalen Daten sind 74 % der Weltbevölkerung online – ein leichter Anstieg gegenüber den 71 % im Jahr 2024.
Dennoch haben weiterhin über 2,2 Milliarden Menschen keinen Zugang, insbesondere in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen.
Ungleiche Fortschritte bei der Konnektivität
Der Ausbau mobiler Netzwerke war entscheidend: 96 % der Weltbevölkerung leben in Gebieten mit mobiler Breitbandabdeckung. Dennoch bleiben viele Länder mit niedrigem Einkommen weiterhin auf 3G-Netze angewiesen, die Geschwindigkeit und Qualität des Zugangs stark begrenzen.
Der Ausbau der 5G-Technologie schreitet zwar voran, erfolgt jedoch extrem ungleichmäßig.
In Ländern mit hohem Einkommen erreicht 5G bereits 84 % der Bevölkerung, während es in Ländern mit niedrigem Einkommen gerade einmal 4 % sind. Europa und der asiatisch-pazifische Raum führen bei der Abdeckung, während Afrika und die arabischen Staaten deutlich zurückbleiben.
4G-Netze hingegen sind weithin verbreitet und decken 93 % der Weltbevölkerung ab – obwohl dieser Anteil in ländlichen Regionen und Ländern mit niedrigerem Einkommen drastisch sinkt.
Eine Kluft, geprägt von Reichtum, Territorium und Geschlecht
Der Internetzugang hängt eng mit dem wirtschaftlichen Entwicklungsstand zusammen. Während 94 % der Bevölkerung wohlhabender Länder regelmäßig online sind, nutzen ihn in Ländern mit niedrigem Einkommen lediglich 23 %.
Auch zwischen städtischen und ländlichen Gebieten bestehen erhebliche Ungleichheiten: 85 % der Stadtbewohnerinnen und -bewohner nutzen das Internet, gegenüber nur 58 % der Menschen in ländlichen Regionen.
Die geschlechtsspezifische Kluft bleibt eine ungelöste Herausforderung. Weltweit haben Männer nach wie vor eine höhere Wahrscheinlichkeit, online zu sein und ein Mobiltelefon zu besitzen.
Im Jahr 2025 sind 280 Millionen mehr Männer als Frauen online – ein Unterschied, der vor allem in den ärmsten Ländern konzentriert ist.
Boom bei mobilen Abonnements
Im Jahr 2025 gibt es 9,2 Milliarden mobile Abonnements – deutlich mehr als die Weltbevölkerung insgesamt.
Mobilfunkbasiertes Breitband macht bereits 89 % aller mobilen Anschlüsse aus und verdrängt zunehmend reine Sprachdienste.
Doch die Entwicklung verläuft regional sehr unterschiedlich: Während es in Amerika 132 mobile Breitbandabonnements pro 100 Einwohner gibt, sind es in Afrika lediglich 56.
Auch beim Wachstum der 5G-Abonnements zeigen sich diese Ungleichheiten: In Europa, Amerika und im asiatisch-pazifischen Raum nutzen bereits über 40 % der mobilen Anschlüsse 5G, während dieser Anteil in Afrika weiterhin minimal bleibt.
Erschwinglichkeit – die größte Barriere
Obwohl die Preise für Internetzugang gesunken sind, bleiben sie für Millionen Menschen weiterhin zu hoch.
In Ländern mit niedrigem Einkommen kann ein Festnetz-Breitbandanschluss mehr als ein Viertel des durchschnittlichen monatlichen Einkommens kosten.
Auch mobiles Breitband – das vergleichsweise günstigere Angebot – ist in diesen Ländern in Relation zum Einkommen bis zu 22-mal teurer als in wohlhabenden Ländern.
Hin zu universeller Konnektivität
Der Weg zur universellen Konnektivität schreitet voran, verlangsamt sich aber zunehmend.
Regionen mit den größten wirtschaftlichen Beschränkungen bleiben sowohl hinsichtlich Abdeckung als auch Qualität und Erschwinglichkeit zurück. Die digitale Kluft schließt sich zwar langsam, markiert aber weiterhin tiefe Unterschiede zwischen Ländern, Territorien, Geschlechtern und Einkommensniveaus.
Drei Viertel der Weltbevölkerung nutzen bereits das Internet – eine Zahl, die auf einen stetigen Fortschritt hindeutet.
Doch die Unterschiede zwischen reichen und armen Ländern bleiben tiefgreifend und bestimmen, wer Zugang zu fortschrittlichen digitalen Dienstleistungen erhält – und wer auf minderwertige Verbindungen beschränkt bleibt.
Die ungleiche Landkarte der mobilen Konnektivität
Die Abdeckung mit mobilem Breitband erreicht heute 96 % der Weltbevölkerung – doch der verfügbare Netzwerktyp variiert stark je nach Einkommensniveau des Landes.
Während 5G in Ländern mit hohem Einkommen bereits 84 % der Bevölkerung abdeckt, erreicht es in Ländern mit niedrigem Einkommen gerade einmal 4 %.
Das bedeutet, dass Millionen Menschen lediglich Zugang zu 3G-Netzen haben – Netzwerken, die für die meisten heutigen Anwendungen unzureichend sind: Online-Bildung, Telemedizin, digitale Behördendienste oder gar flüssiges Surfen auf modernen Plattformen.
Auch 4G-Netze, die weltweit verbreiteter sind, spiegeln diese Kluft wider: Obwohl sie 93 % der Weltbevölkerung abdecken, sinkt ihr Anteil in den ärmsten Ländern auf 56 %, und es gibt weiterhin Regionen ohne jegliches Mobilfunknetz.
Internetnutzung und Entwicklungsstand
Der tatsächliche Zugang – über bloße Netzabdeckung hinaus – hängt ebenfalls eng mit dem wirtschaftlichen Entwicklungsgrad zusammen.
In Ländern mit hohem Einkommen nutzen 94 % der Bevölkerung das Internet; in Ländern mit niedrigem Einkommen lediglich 23 %.
Dieser Unterschied erklärt sich nicht allein durch fehlende Infrastruktur, sondern auch durch die Erschwinglichkeit: In ärmeren Ländern kostet ein mobiles Breitbandabonnement bis zu 22-mal mehr im Verhältnis zum Einkommen als in reichen Ländern.
Folglich schreitet die Konnektivität fort – verlangsamt sich aber gerade dort am meisten, wo sie am stärksten transformierende Wirkung hätte.
Stadtbevölkerung vernetzt, ländliche Regionen zurückgeblieben
Weltweit sind in städtischen Gebieten 85 % der Bevölkerung online, in ländlichen Regionen hingegen nur 58 %.
Dieses Ungleichgewicht verschärft sich in Ländern mit niedrigem Einkommen: Dort hat nur einer von sieben ländlichen Einwohnern Internetzugang.
Auch beim 5G-Ausbau ist der Unterschied markant: In wohlhabenden Ländern decken 5G-Netze 89 % der städtischen Gebiete ab, aber nur 59 % der ländlichen. In armen Ländern existiert praktisch außerhalb der Städte keine 5G-Abdeckung.
Mobile Abonnements: reichlich – aber ungleich verteilt
Mobilfunkbasiertes Breitband macht bereits 89 % der insgesamt 9,2 Milliarden mobilen Abonnements aus – bei auffälligen Ungleichheiten: Während es in der Region Amerika 132 mobile Breitbandabonnements pro 100 Einwohner gibt, sind es in Afrika lediglich 56.
Ebenso schreitet die Einführung von 5G in Europa, Amerika und im asiatisch-pazifischen Raum rasch voran – dort nutzen bereits über 40 % der Abonnements diese Technologie –, während sie in Afrika und den Ländern der GUS lediglich einstellige Prozentwerte erreicht.
Erschwinglichkeit: das größte verbleibende Hindernis
Trotz sinkender Preise bleibt der Zugang für Millionen Menschen unerschwinglich.
In den ärmsten Ländern kann ein Festnetz-Breitbandanschluss mehr als 25 % des monatlichen Durchschnittseinkommens kosten, und mobiles Breitband bleibt für breite Bevölkerungsteile zu teuer.
Zusammen mit eingeschränkter Servicequalität erklärt dies, warum so viele Menschen trotz theoretischer Netzabdeckung weiterhin offline bleiben.
Hin zu einer gerechteren digitalen Zukunft
Fortschritte gibt es zweifellos – und sie sind bedeutend. Doch sie schließen die Kluft nicht, sondern vertiefen sie vielmehr.
Der technologische Abstand zwischen reichen und armen Ländern bleibt bestehen und vergrößert sich sogar in Schlüsselsegmenten wie dem 5G-Ausbau.
Die globale Herausforderung besteht nicht nur im Ausbau der Infrastruktur, sondern darin sicherzustellen, dass die Vorteile der Digitalisierung alle Regionen und Gemeinschaften erreichen.
Während einige Länder bereits KI-basierte Dienste und ultrahochschnelle Netze einführen, warten andere noch darauf, dass 4G – oder gar 3G – bei ihnen zu Hause ankommt.
Die digitale Zukunft zeichnet sich derzeit – entgegen mancher optimistischer Prognosen – nicht durch eine Überwindung bestehender Entwicklungsungleichheiten ab, sondern durch deren Fortdauer und Vertiefung zwischen Einzelpersonen, Gruppen, Ländern und sogar Regionen. Bleibt der gegenwärtige Kurs unverändert, werden sich diese Unterschiede weiter vergrößern.
Solide Daten sind unerlässlich, um relevante Veränderungen anzustoßen. Alles Weitere hängt vom politischen Willen der Entscheidungsträger sowie von der Einflussmöglichkeiten der übrigen Bevölkerung ab.